Messtechnik? Oft unterschätzt. Aber heute aktueller denn je

Wer braucht noch Messtechnik, um Strömungen an einem Flugzeug darzustellen? Stimmt, vieles ist heute durch Simulationen möglich. Dennoch erleben wir derzeit eine "Renaissance der analogen Messtechnik". Was wir damit meinen? Lesen Sie weiter.

Messtechnik? Oft unterschätzt. Aber heute aktueller denn je
Wir blicken in die Zukunft der Luftfahrt: Analoge Messtechnik wird hier – und in vielen anderen Bereichen – weiterhin eine wichtige Rolle spielen.

Wer braucht noch Messtechnik, um Strömungen an einem Flugzeug darzustellen? Stimmt, vieles ist heute durch Simulationen möglich. Dennoch erleben wir derzeit eine "Renaissance der analogen Messtechnik". Was wir damit meinen? Lesen Sie weiter.

Wenn wir Ingenieure vor 20 Jahren an die Zukunft der Messtechnik dachten, sah diese so aus: Wir würden sie nicht mehr brauchen. Wir würden alles mit digitalen Lösungen simulieren können – Flugzeugkörper, Strömungen, Temperatur. Alle Veränderungen würden digital abzubilden sein, da waren wir uns sicher.

Analoge Sensortechnik würde in unserer Arbeit also kaum noch eine Rolle spielen. Wie sehr wir uns geirrt haben. Analoge, physische Messtechnik ist aus der Forschung und Entwicklung weiterhin nicht wegzudenken. Wir würden sogar noch einen Schritt weitergehen: Messtechnik bekommt derzeit wieder mächtig Aufwind.

Warum das so ist und welchen Beitrag KI dazu leistet, lesen Sie hier.

Flugzeugkörper, Strömungen, Temperaturveränderungen: Vieles von dem können wir heute simulieren. Physische Messungen sind dennoch unverzichtbar.

Grenzen von Simulationen

Simulationen sind häufig ein guter Weg, um neue Lösungen schnell zu testen. In bestimmten Bereichen ermöglichen sie Experimente, die in der Realität gar nicht durchführbar wären. Doch Simulationen haben auch ihre Grenzen:

  • Sie sind oft nicht so präzise wie physische Messungen, da sie auf vereinfachten Grundlagen beruhen.
  • Zudem funktionieren sie oft nur in einem bestimmten Anwendungsbereich, der bereits ausführlich genug getestet wurde. Sobald sich einzelne Parameter ändern, steigt das Risiko, dass die Ergebnisse ungenau werden.
  • Die Qualität der Simulation hängt stark von den eingegebenen Daten ab. Sind diese lückenhaft oder fehlerhaft, sind auch die Ergebnisse unzuverlässig.
Simulation verspricht viel – Messdaten liefern Gewissheit
Viele Unternehmen setzen heute verstärkt auf Simulationen, digitale Zwillinge und KI-Modelle. Die Digitalisierung schreitet voran – und gleichzeitig werden reale Messdaten wieder wichtiger. Vier Gründe, warum physische Messungen gerade jetzt unverzichtbar sind. Simulationen machen heutzutage vieles möglich: Durch sie können wir Ideen in einer frühen Phase prüfen, gefährliche Szenarien sicher

Beispiel Digitaler Zwilling

Ein Beispiel, das in der Forschung und Entwicklung häufiger diskutiert wird, ist der digitale Zwilling. Dabei handelt es sich um die virtuelle, dynamische Kopie eines realen Objekts, Systems oder Prozesses. Digitale Zwillinge können zum Beispiel Maschinen, Industrieanlagen oder ganze Fabriken simulieren.

Sie werden oft im Bereich Predictive Maintenance eingesetzt. Ein digitaler Zwilling kann ein Unternehmen also zum Beispiel dabei unterstützen, die Wartung von Maschinen zu optimieren und folgenschwere Ausfälle zu verhindern oder zumindest zu reduzieren.

44 Prozent der Industriebetriebe in Deutschland setzen bereits digitale Zwillinge ein. 63 Prozent sind überzeugt, dass sie nur durch den Einsatz digitaler Zwillinge im internationalen Wettbewerb bestehen können.
(Digitalverband Bitkom, 2023)

Der Einsatz von digitalen Zwillingen ist weit verbreitet und bietet immense Vorteile. Doch auch an diesem Beispiel zeigen sich die Grenzen der Simulation. Je komplexer die Maschinen, Systeme oder Prozesse sind, desto problematischer kann der Einsatz von digitalen Zwillingen werden. Oft fehlen aussagekräftige Daten. Um gute Ergebnisse zu erzielen, sind daher unter anderem Messungen mit Sensoren erforderlich. Diese Daten fließen in die Simulation mit ein und stellen überhaupt erst den Bezug zur Realität her.

Kondensstreifen am Himmel: Künstliche Intelligenz gibt der Messtechnik weiter Aufwind.

Das kann die physische Messtechnik besser

Simulationen können die Messtechnik und physische Experimente also nicht ersetzen. Auch wenn wir selbst vor vielen Jahren noch etwas anderes angenommen haben: Sensortechnik bleibt in der Forschung und Entwicklung relevant – und das mehr denn je. Durch das Internet der Dinge (IoT), 6G und die Digitalisierung spielt sie eine noch größere Rolle in der Industrie. Auch KI feuert die Nachfrage an, da sie die umfangreichen Datenmengen, die aus Messungen hervorgehen, weiterverarbeiten kann.

Vorteile von physischer Messtechnik sind:

  • Sie ist oft genauer und zuverlässiger als digital simulierte Modelle.
  • Abweichungen oder Fehler werden somit früher sichtbar und sind überprüfbar.
  • Zudem ist sie oft energieeffizienter, da die Daten nicht erst digitalisiert werden müssen.

Gemeinsam Richtung Zukunft

Künstliche Intelligenz, Datenanalyse und Sensortechnik ergänzen sich perfekt. Wir sind überzeugt, dass KI unsere Technologie noch einmal in eine neue Ära katapultieren wird. Das ist einer der Gründe, warum die SectorCon in diesem Jahr zum ersten Mal mit einem eigenen Stand auf der ILA (Internationale Luft- und Raumfahrtausstellung) in Berlin teilgenommen hat. Wir wollen Ihnen zeigen, wie wir unsere Technologie neu denken und wie wir Sie mit unserer langjährigen Erfahrung und unserem Know-how zuverlässig in die Zukunft begleiten können.

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Quellen:

Springer Professional: Wo der digitale Zwilling in der Produktion an Grenzen kommt

IPH: Digitaler Zwilling: Grundlagen, Funktionen und Anwendungsbereiche

Bitkom: Digitale Zwillinge werden in der Industrie zum Standard

Fraunhofer: Digitaler Zwilling in der Produktion & Industrie 4.0