Digitalisierung? Nur eine Phase. Die Zukunft wird wieder analog

Digitalisierung? Nur eine Phase. Die Zukunft wird wieder analog
Pilot im Cockpit: Die Kommunikation in der Luftfahrt läuft nach wie vor über analogen Funk.

Die Digitalisierung hat die Welt in den letzten Jahrzehnten völlig umgekrempelt. Jetzt beginnt eine neue Phase. Die Zukunft wird nicht noch digitaler werden – sondern wieder analoger. Wie wir darauf kommen und warum das so gut zur SectorCon-Sensortechnik passt.

In der Luftfahrt ist Kommunikation entscheidend, denn schließlich kann es um Leben und Tod gehen. Deshalb nutzen Piloten und Lotsen nach wie vor den UKW-Funk, um miteinander zu sprechen. Der gehört zu den immer seltener werdenden Beispielen für den Einsatz analoger statt neuerer, digitaler Technologien.

In den letzten Jahrzehnten ist unsere Welt immer digitaler geworden. Vieles folgt heute dem Prinzip 0 und 1. Wird das so bleiben? Nein, sagen wir von der SectorCon. Allein schon wegen des immer weiter steigenden Energieverbrauchs durch die Digitalisierung können wir uns das nicht vorstellen. Seit kurzem beobachten wir, dass analoge Technologien wieder wichtiger werden.

Es ist sogar gut möglich, dass wir in einigen Jahren auf das Zeitalter der Digitalisierung zurückblicken – und es lediglich als eine Übergangsphase betrachten. Digitale Technologien als Übergangstechnologie? Analoge Lösungen als Zukunftstechnologien? Manch einer wird angesichts dieser Vision vielleicht den Kopf schütteln. Aber ja, die Entwicklung dorthin ist auf jeden Fall sichtbar.

Analoges Comeback: Diese Gründe sprechen dafür

Ein analoges Comeback ist wahrscheinlich, denn analoge Technologien sind bei vielen Aufgaben deutlich effizienter. Sie verarbeiten Informationen direkt über physikalische Prozesse. Der Schritt der Umwandlung ins binäre System entfällt. In unserem Beispiel vom Anfang, dem Sprechfunk in der Luftfahrt, bedeutet das: Er funktioniert einfach, ist unschlagbar robust und daher für Extremsituationen, wie sie beim Fliegen vorkommen können, ideal.

Flughafen-Tower: Wenn Piloten mit Fluglotsen sprechen, nutzen sie analoge Technik.

Der UKW-Funk hat so gut wie keine Verzögerung und überträgt ein kontinuierliches Signal. Das heißt, dass im Gegensatz zu digitalen Signalen selbst bei Störungen noch länger etwas hörbar ist. Der Empfang verschlechtert sich schrittweise, anstatt sofort auszufallen – immerhin besser, als wenn man von Jetzt auf Gleich gar nichts mehr hört. Das legt nahe, dass der Sprechfunk in der Luftfahrt auch in Zukunft analog bleiben wird.

Hohe Verlässlichkeit, geringe Latenz und Fehlertoleranz sprechen für analoge Technologien. Wir Ingenieure nehmen sie aber vor allem deshalb wieder mehr in den Blick, weil sie in der Regel auch weniger Energie verbrauchen – angesichts des derzeit weltweit explodierenden Energiebedarfs ein großer Pluspunkt.

Ein analoger Trend: Neuromorphic Computing

Ein Beispiel für eine analoge Zukunftstechnologie sind neuromorphe Chips. Sie funktionieren im Prinzip wie das menschliche Gehirn. Das Zusammenspiel von Neuronen und Synapsen nachahmend, verarbeiten sie Informationen parallel und sehr effizient. Da sie die Daten direkt auf dem Chip speichern, anstatt sie in Rechenzentren zu übertragen und auszulagern, benötigen sie wenig Energie.

Das Potenzial neuromorpher Chips ist groß. Neuromorphic Computing könnte die KI-Welt revolutionieren und ein Teil der Lösung für unser weiter wachsendes Energieproblem sein. Wenn die innovative Technologie die Lösungen bringt, die wir uns von ihr erhoffen, könnte sie der Gamechanger im KI-Zeitalter sein und Rechenzentren auf lange Sicht ersetzen – was dringend nötig wird. Denn immer mehr und immer größere Rechenzentren können auf Dauer keine Lösung sein.

Neben dem Neuromorphic Computing gibt es weitere Bereiche, in denen wir ein Comeback analoger Technologien beobachten: Dazu gehören aus unserer Sicht die Medizintechnik und die Sensor-Edge-AI, bei der Sensorik, intelligente Datenanalyse und KI-Modelle kombiniert werden. Edge-KI-Funktionen kommen zum Beispiel bei Wearables, Kameras und selbstfahrenden Autos zum Einsatz.

Darum passt Neuromorphic Computing so gut zu uns

Zentraler Punkt der Arbeit bei der SectorCon ist eine innovative Sensortechnik. Sie kommt in den drei Bereichen Luftfahrt, Schifffahrt und Medizintechnik zum Einsatz. In der Sensortechnik arbeiten wir immer mit analogen Signalen, also mit Veränderungen des Drucks, der Temperatur oder des Widerstands. Unsere Technologie verwandelt diese Signale in elektrische Spannung. Diese kann wiederum in digitale Signale umgewandelt werden. Das könnte in Zukunft jedoch an Bedeutung verlieren, wenn sich analoge Techniken durchsetzen.

Neuromorphe Chips ähneln in ihrer Arbeitsweise stark unserer Sensortechnik. Als analoge Signalverarbeiter bilden Sensoren die Realität kontinuierlich ab. Intelligente Chips können diese auf effiziente Weise weiterverarbeiten und analysieren. Vor diesem Hintergrund ist die Beschäftigung mit Neuromorphic Computing für die SectorCon ein No-Brainer. Unser Ziel: Wir wollen jetzt die Möglichkeiten ausloten und in Zukunft Lösungen entwickeln, die den Energieverbrauch deutlich senken.

Wie Neuromorphic Computing die KI-Welt revolutionieren kann

Die Technologie der Zukunft? Neuromorphe Chips und innovative Sensortechnik – wie die von der SectorCon, passen sehr gut zusammen.

Der nächste Technologiesprung ist analog

Die Digitalisierung hat unsere Welt in den letzten Jahrzehnten dominiert und sie schneller und effizienter gemacht. Dadurch wurde vieles möglich: Wir sind besser vernetzt, können Daten sehr schnell übermitteln und Prozesse skalieren. Doch auch Grenzen sind sichtbar geworden. Dazu zählen zum Beispiel hohe Latenzen, der hohe Energie- und Ressourcenverbrauch sowie Sicherheitsrisiken. Der Fortschritt endet daher nicht im Digitalen – da sind wir uns sicher. Überraschend, aber klar vorhersehbar: Der nächste Technologiesprung wird analog sein.

Quellen:

Warum analoge KI die Zukunft des energieeffizienten Computings sein könnte
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